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Als Herbstausstellung 2010 zeigt das Brücke-Museum eine große Retrospektive der Gemälde Erich Heckels. Es werden Heckels Werke aus allen Schaffensphasen gezeigt und so ein groß angelegter Überblick über die Entwicklung des „Brücke“-Mitbegründers gegeben. Bekannte Meisterwerke des Expressionismus aus deutschen und europäischen Museen werden durch selten gezeigte Werke aus Privatbesitz und  den USA ergänzt. Anhand der rund 80 Gemälde lässt sich das Werk Erich Heckels neu entdecken.

Die Retrospektive zeigt das gesamte Schaffen Erich Heckels und macht seinen künstlerischen Weg sichtbar. Die Zeit der „Brücke“ ist von vitaler Aufbruchstimmung geprägt, als der junge Künstler im Kreise der Gruppe ab 1905 mit farbkräftigen, leuchtenden Eruptionen neue Wege in der Kunst beschritt. Mit dem Umzug nach Berlin im Jahr 1911 werden die Farben dunkler, die Formen kristallin zersplittert und machen nun die zerrissene Stimmung Berlins am Vorabend des Ersten Weltkriegs deutlich. Der Krieg selbst war eine tiefe Zäsur für diese Künstlergeneration. Nach seiner Rückkehr begann sich Heckel in den 1920er Jahren mit verschiedenen künstlerischen Traditionen auseinanderzusetzen, um eine passende Bildsprache für seine gereifte Weltsicht zu finden. Äußerlich fand er eine an der Wirklichkeit orientierte Ausdrucksform, die Bilder selbst sind zumeist von einem naturphilosophischen Klang durchweht. In zarten, transparenten Schichten aus zurückhaltender Farbe und Licht äußert sich ein sensibler Geist. Auch das Spätwerk Heckels der 1950er und 1960er Jahre schöpft viel von seiner Kraft aus der Natur – nun treten auch, in Auseinandersetzung mit der Kunst seiner Zeit, formalästhetische Überlegungen in den Vordergrund.

Das Panorama von Heckels Kunst ist damit eine persönliche Reaktion auf die geistesgeschichtliche und künstlerische Entwicklung des 20. Jahrhunderts überhaupt – vom Aufbruch des Expressionismus bis zu den verschiedenen Traditionslinien der modernen Kunst.  

Seit 1983 ist dies die erste umfassende Retrospektive Erich Heckels.
Begleitend erscheint ein umfangreicher Katalog mit ganzseitigen Farbtafeln aller Exponate sowie mit zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen, die den aktuellen Stand der Forschung anschaulich machen. Mit solch hochkarätigen Leihgaben aus internationalen Museen und selten oder noch nie gezeigten Arbeiten aus privaten Sammlungen war Heckels Werk noch nie zu sehen!

Adresse:
Bussardsteig 9
14195 Berlin
Tel.: 030 8312-029
www.bruecke-museum.de

Öffnungszeiten:
täglich 11-17 Uhr
Dienstag geschlossen

Fahrverbindung:
Buslinie115, Haltestelle Pücklerstraße

Matinée-Führungen mit Musik

Anläßlich der Präsentation „Erich Heckel – Aufbruch und Tradition. Eine Retrospektive“ finden jeden Sonntag um 11.30 Uhr Matinée-Führungen statt. Die Referentinnen, Frau Schöppe-Carstensen und Frau Ott-Seelow, werden im Wechsel durch die Ausstellung führen. Die Führungen werden abwechselnd von ausgewählten Musikern und ihren unterschiedlichen Instrumenten begleitet.

Bilder Quelle: Karl Schmidt-Rottluff: Die große Wolke, (1957), Akte in den Dünen (1913), Steilküste (1961), alle Öl auf Leinwand © VG Bildkunst, Bonn 2011
Quelle Text und Bilder: Brücke Museum

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